Grüne Weihnacht – Ein Fest ohne Umweltsünden

Lametta, Lichterketten und bergeweise Geschenkpapier – so sieht ein ganz normales Weihnachtsfest aus, das nicht gerade gut für unsere Umwelt ist. Zu keiner anderen Zeit im Jahr wird so viel zusätzlicher Müll produziert wie zwischen dem 24. und 26. Dezember. Doch das muss nicht so bleiben. Der Trend geht nämlich hin zu einer grünen Weihnacht und zum besonnenen Umgang mit Ressourcen – gänzlich ohne Wegwerfware.

Grüne Weihnacht – Ein Fest ohne Umweltsünden
Bild: alinakho / stock.adobe.com

Den richtigen Weihnachtsbaum finden

In den meisten deutschen Haushalten wird bereits Anfang Dezember ein üppiger Weihnachtsbaum aufgestellt. Das gemeinsame Schmücken und der feine Duft nach Nadelwald gehören vor allem für Familien zur Weihnachtszeit einfach dazu. Die zahlreichen negativen Auswirkungen, die dieser Brauch auf die Umwelt hat, werden in der Regel ausgeblendet. Die Vorstellung, dass die sattgrüne Nordmanntanne bereits einen langen Weg durch halb Europa hinter sich hat, ist nun mal alles andere als romantisch. Weil mindestens zwei Drittel der Weihnachtsbäume zudem aus Monokulturen stammen, schaden die Bäume auch den lokalen Wäldern. Importierte Weihnachtsbäume sind wiederum häufig mit Dünger belastet, mit dem wir unmittelbar in Berührung kommen. Das bedeuten aber nicht, dass wir auf diese Weihnachtstradition verzichten müssen.
Umweltfreundliche Alternativen finden sich direkt um die Ecke. In deutschen Wäldern wachsen Fichten und Kiefern soweit das Auge reicht. Diese Bäumchen sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern zudem auch noch völlig unbedenklich hinsichtlich Umwelt und Gesundheit. Allerdings ist es nicht erlaubt, die Bäume auf eigene Faust zu fällen. Der örtliche Förster muss die Erlaubnis zu Abholzung geben. Mit etwas Glück erhalten Interessenten sogar einen bereits gefällten Baum, welcher ohnehin der Waldpflege zum Opfer gefallen wäre. Wer keine Lust hat, eine separate Erlaubnis einzuholen, kann auf ökologisch angebaute Bäume zurückgreifen. Diese sind zwar etwas teurer, bieten dafür aber echten Anlass zur Freude. Und das ohne schlechtes Gewissen!

Oh Plastikbaum, oh Plastikbaum!

Ein Weihnachtsbaum aus Plastik kann zwar wiederverwendet werden, ist letztlich aber nicht das Nonplusultra. Nach wenigen Jahren werden die Baumimitate unschön, verlieren an Farbe und Form. Spätestens dann müssen die nadeligen Dekorationsobjekte entsorgt werden. Die Menge an Plastik, die dabei verschwendet wird, ist nicht gerade gering. Falls ein Baum aus freier Wildbahn gar nicht infrage kommt, sind ansehnlich drapierte Zweige ein adäquater Baumersatz.
Passend zum Baum kennen die meisten Menschen den klassischen Weihnachtsschmuck bereits von Kindesbeinen an: Bunte Kugeln aus Plastik, schillernde Girlanden aus Lametta und prunkvolle Weihnachtsengel. Doch diese Accessoires für den Baum sind längst nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen können Materialien aus der Natur zu einer besinnlichen und vor allem ressourcenschonenden Weihnacht beitragen. Strohsterne, Wachsfiguren und Holzschmuck sehen mindestens genauso schön aus wie buntes Plastik. Getrocknete Orangenscheiben oder Zimtstangen werten die Weihnachtsdeko nicht nur optisch auf, sondern duften auch noch typisch weihnachtlich. Essbarer Baumschmuck ist besonders umweltschonend, da Nüsse und Selbstgebackenes im Anschluss an das Weihnachtsfest genüsslich vertilgt werden können. Der Müllverbrauch ist dadurch nicht nur minimal, sondern geht sogar gegen Null.

Weihnachtsschmaus ganz ohne Reue

Traditionell wird am Heiligen Abend und an den folgenden Feiertagen Fleisch gegessen. Vor allem gefüllte Gans, frischer Fisch oder sogar Hummer werden den hungrigen Gästen serviert. Wer nicht auf Fleisch an Weihnachten verzichten kann, darf seinen Festtagsbraten ruhig genießen. Allerdings sollten die Tiere nicht unter dem Fleischhunger der Feiernden leiden müssen. Wenn beim Kauf von frischem Fleisch darauf geachtet wird, dass die Tiere aus biologischer Haltung stammen, ist der Genuss umso größer. Dieses Fleisch ist nämlich nicht nur schonend für Tier und Umwelt, sondern schmeckt in der Regel auch viel besser. Bio-Fleisch ist natürlich wesentlich teurer als Billigware aus der Massentierhaltung – gespart werden sollte trotzdem besser an anderer Stelle.
Gleiches gilt für Liebhaber des klassischen Weihnachtskarpfens: Solange das Tier aus einer ökologischen Teichwirtschaft stammt, kann es guten Gewissens verzehrt werden. Allerdings kommt längst nicht jede Sorte dafür infrage, sie bedenkenlos an den Festtagen genießen zu können. Vor allem Fisch aus norwegischen Aquakulturen sollte keinesfalls auf dem Speiseplan stehen. Neben den Tierschutzaspekten sind bei deren Verzehr auch gesundheitliche Bedenken angebracht, denn oft ist Fisch aus Norwegen mit Antibiotika belastet.
Generell sollte darauf geachtet werden, dass Gemüse und Obst nicht über viele tausend Kilometer nach Deutschland transportiert wurde. Saisonal sollten die Lebensmittel sein und am besten aus der Region stammen. Orangen, Mandarinen oder Nüsse sollten exotischen Früchten in jedem Fall vorgezogen werden. Die Früchte aus fernen Ländern sehen zwar lecker aus, bei ihrem Transport wird die Umwelt allerdings viel zu stark belastet.

Geschenke umweltfreundlich verpacken

Bei vielen Familien gleicht das Wohnzimmer nach der Bescherung einem Schlachtfeld. Überall liegen aufgerissene Verpackungen, Geschenkpapier in allen erdenklichen Farben und große Knäuel aus Geschenkband. Der Mülleimer ist nach dem Heiligen Abend in der Regel überfüllt. Auf ganz Deutschland umgemünzt ist der Müllberg aus Geschenkpapier gigantisch. Die unnötig verbrauchten Ressourcen landen ebenso achtlos auf den Müllhalden und in Verbrennungsanlagen wie ungeliebte Geschenke.

Statt den klassischen Geschenkverpackungen in Form von bedrucktem Papier, glänzender Plastikfolie oder schillernder Schleifchen sollten umweltfreundliche Alternativen benutzt werden. Simples Packpapier kann durch eine individuelle Gestaltung noch jedem gekauften Geschenkpapier das Wasser reichen. Mithilfe von Kleber, Buntstiften und ein wenig Kreativität sehen die Geschenke bereits in verpacktem Zustand nach viel Liebe und Sorgfalt aus. Auf diese Weise können Gekauftes und Selbstgebasteltes miteinander kombiniert werden. Beschenkte jeden Alters kommen garantiert voll auf ihre Kosten! Wer trotz der umweltrelevanten Aspekte einfach nicht auf die bunten Verpackungsmaterialien verzichten kann, sollte Papier und Schleifen wenigstens sorgfältig aufbewahren. So werden die für die Produktion benötigten Rohstoffe wenigstens nicht sofort vernichtet. Mindestens einmal können Verpackungen in der Regel wiederverwendet werden, ohne dass die Optik darunter leidet.

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