Die Honigbiene – Wichtigkeit und Aussterben

Jetzt in den warmen Sommermonaten sieht man sie wieder überall emsig auf den Feldern und Wiesen umherfliegen – die Honigbiene. Trotz ihrer kleinen Größe spielt sie eine große Rolle bei der Erhaltung unseres Ökosystems. Daher ist es umso trauriger, dass seit Jahren ein aus verschiedenen Gründen kontinuierlich zunehmendes Bienensterben beobachtet wird.

Die Honigbiene – Wichtigkeit und Aussterben
Bild: Dmytro Smaglov / stock.adobe.com

Warum ist die Honigbiene so wichtig?

Sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht haben Honigbienen einen großen Nutzen. Ihre Bedeutung beginnt bereits bei ihrer Symbiose mit der Pflanzenwelt: Während die Bienen den Pflanzennektar als Nahrung für das Überleben benötigen, sind Pflanzen auf einen Bestäuber angewiesen, der ihre Pollen verbreitet und dadurch ihre Vermehrung sichert. Unter allen tierischen Bestäubern kommt der Honigbiene die Hauptrolle zu: Nahezu 80 Prozent aller Wildpflanzen werden von den Honigbienen bestäubt – die restlichen 20 Prozent übernehmen Hummeln, Fliegen Schmetterlinge und andere Insekten. Im Gegensatz zur fleißigen Honigbiene gehen diese oftmals sehr spezialisiert vor und können daher nur langsamer „arbeiten“. In ihrem Arbeitseifer bestäubt die Honigbiene neben Wildpflanzen auch diverse Kulturpflanzen wie Tomaten, Gurken, Kürbis, Äpfel, Birnen, Beeren oder Raps.
Heutzutage gilt die Honigbiene nach Rind und Schwein in Deutschland als das drittwichtigste Nutztier. Sie schafft die Grundlage für die deutsche Nahrungsmittelproduktion und erhält durch ihre Bestäubungsleistung eine ungeheure Vielfalt an Lebensmitteln. Der Großteil der heimischen Obst- und Gemüsesorten, aber auch Öle oder Nüsse sind der Arbeit der Bienen zu verdanken. Ihre Bestäubung sorgt für keimfähige Samen und vollends ausgebildete Früchte – damit trägt die Honigbiene die Hauptverantwortung für erfolgreiche Ernten und die ökologische Artenvielfalt.
In der Forschung herrscht Einigkeit: Wenn die Honigbiene von der Erde verschwindet, hat dies erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und unser Ökosystem: Neben den Nutz- und Kulturpflanzen müsste so auch auf die farbige Blütenvielfalt in Stadt und Land verzichtet werden. Vögel, Insekten und andere Tiere, die Pflanzen als Nahrungsmittel benötigen, müssten verhungern. Ausfälle in der Ernte könnten Vitaminmangel bei Menschen und Tieren nach sich ziehen und Krankheiten hervorrufen.

Weshalb ist die Honigbiene vom Aussterben bedroht?

Trotz der hohen Bedeutung der Honigbiene – seit einigen Jahren wird ein kontinuierlich zunehmendes Bienensterben beobachtet. Die genauen Ursachen dafür konnten bisher nicht klar festgelegt werden. Daher ist insbesondere das Zusammentreffen verschiedener Faktoren als Grund für das fortschreitende Massensterben der Honigbienen denkbar. Wie genau dieses Zusammentreffen aussehen kann, wird derzeit in der Forschung geklärt. Die folgenden Aspekte können die Überlebenschancen der Honigbienen erheblich beeinträchtigen:

      Die moderne Landwirtschaft

      Durch den Anstieg von Monokulturen und die Reduzierung landwirtschaftlicher Flächen wird die Auswahl des Nahrungsangebotes für Honigbienen erheblich eingeschränkt. Um jedoch widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Viren zu bleiben, benötigen Honigbienen eine abwechslungsreiche und vielseitige Nahrung. Einseitig bepflanzte Nutzpflanzen blühen nicht sehr lang – für den Rest des Jahres fällt es den Honigbienen schwer, Nahrung zu finden und sie müssen eventuell sogar Hunger leiden. Auch Privatgärten ohne Blumen oder nur mit Zierpflanzen stellen den Honigbienen keine ordentliche Nahrung zur Verfügung. Der zunehmende Gebrauch von modernen Pestiziden in der Landwirtschaft wirkt sich ebenfalls negativ auf das Leben der Honigbienen aus. Die Giftstoffe können sich nicht nur auf den Honig auswirken – sie betreffen auch das Nervensystem der Honigbienen und können die Fortpflanzung und Lebensdauer belasten.

      Krankheitserreger und Viren

      Grundsätzlich ist ein gesundes Bienenvolk gegen die meisten Krankheiten äußerst robust. Die Varroamilbe jedoch, ein aus Asien eingeschleppter Parasit, befällt hierzulande immer mehr Honigbienen und kann sie sehr schwächen. Sie ernährt sich vom Blut der Bienen, vermehrt sich auf der Brut und kann über Bisswunden noch andere Krankheitserreger übertragen – wodurch ein Bienenvolk rasch ausgelöscht werden kann. In der Forschung wurde die Varroamilbe hierzulande bereits als Hauptursache für das Bienensterben genannt – sie einzudämmen ist immer noch eine große Herausforderung für die Wissenschaft.

      Der Klimawandel

      Längere Wärmeperioden in den Wintermonaten, vorzeitige Blütephasen, plötzliche Temperaturschwankungen – der fortschreitende Klimawandel und seine Folgen bringt Honigbienen erheblich aus ihrem natürlichen Rhythmus. Das zehrt an ihren Energievorräten und macht sie deutlich anfälliger für die Varroamilbe. Diese meteorologischen Faktoren machen es den Honigbienen zukünftig nicht leicht, gut zu überleben.

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