Richtiges Lüften in Herbst und Winter

Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, dauert es auch nicht mehr lange, bis das Quecksilber immer weiter in Richtung Nullpunkt fällt. Unter diesen Umständen ist es verständlich, dass wir die wohlige Wärme gar nicht erst aus unseren Wohnungen entweichen lassen wollen. Die Folge: Wir lüften nicht nur zu wenig, sondern auch noch falsch. Das wiederum birgt erhebliche Gefahren für die Gesundheit und die Unversehrtheit der Bausubstanz. Wie also geht es richtig?

Richtiges Lüften in Herbst und Winter
Bild: JenkoAtaman / stock.adobe.com

Wie lüftet man richtig?

Das regelmäßig und richtig Lüften ist eine ideale Methode, um feuchte Luft loszuwerden. Immerhin sucht sich die feuchte Luft die kälteste Stelle, an der Sie sich dann niederschlägt. Ein weit geöffnetes Fenster ist da natürlich optimal. Beim sogenannten Stoßlüften hingegen wird ausschließlich die Raumluft getauscht. Wer die Fenster hingegen lange hinweg gekippt lässt, sorgt dafür, dass nicht nur die Raumluft, sondern auch die Bausubstanz auskühlt. Das wiederum zieht für das erneute Aufheizen einen enormen Energieverbrauch nach sich. Richtiges Lüften beginnt also mit dem Stoßlüften für jeweils ein paar Minuten. Wie lange und wie oft das Fenster geöffnet werden muss, hängt von der aktuellen Jahreszeit ab:

Faustregel für optimales Lüften

Dezember bis Februar 4 bis 5 Mal am Tag á 5 Minuten
März & November 4 bis 5 Mal am Tag á 10 Minuten
April & September 4 bis 5 Mal am Tag á 15 Minuten
Mai & Oktober 4 bis 5 Mal am Tag á 20 Minuten
Juni bis August 4 bis 5 Mal am Tag á 30 Minuten

Besonders schnell und effektiv lässt sich eine Wohnung mit Hilfe von Durchzug lüften. Dazu öffnen Sie alle verfügbaren Fenster und Zimmertüren, sodass ein aktiver Luftstrom entsteht. Dieser tauscht in kürzester Zeit große Luftmengen aus. Für die Zeit des Stoßlüftens sollte das Heizköperthermostat auf die Stufe 1 gedreht werden. So entweicht möglichst wenig Heizwärme zum Fenster hinaus.
Aber Achtung: Zu trockene Raumluft ist ebenfalls ungesund. Diese führt nämlich nicht nur zu einem trockenen Hals und juckenden Augen. Auch für Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger bietet eine zu geringe Luftfeuchtigkeit ein ideales Klima. Dauerhaft sollte die Luftfeuchtigkeit daher ebenfalls nicht unter 30 Prozent sinken.

Schimmelgefahr nimmt im Herbst und Winter zu

Die großen Temperaturunterschiede zwischen der warmen Wohnung und der Kälte draußen bzw. den kalten Außenwänden sorgt dafür, dass sich in den Innenräumen besonders viel Luftfeuchtigkeit sammelt. Denn, je kälter die Luft, desto weniger Wasserdampf kann sie aufnehmen. In einem durchschnittlichen Haushalt fallen durch das Ausatmen sowie Kochen, Waschen etc. rund 12 bis 14 Liter Wasserdampf pro Tag an.
Aus dem Innenraum muss diese feuchte Luft abtransportiert werden, da diese ansonsten an den Außenwänden und anderen kalten Stellen kondensiert. Die so entstehende Feuchtigkeit ist damit ein idealer Nährboden für das Wachstum von gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzen. Letztere wachsen ab ca. 70 Prozent Luftfeuchtigkeit besonders gut.

UrsacheFeuchte pro Stunde
Atmung800 - 1.000 Gramm
Leichte Aktivität30 - 60 Gramm
Indoor-Sport300 - 500 Gramm
Große Topfpflanzen10 - 20 Gramm
Kochen60 - 1.500 Gramm
Baden600 - 700 Gramm
Duschen2.500 Gramm
Wäsche waschen und trocken20 - 200 Gramm

Welche Orte sind für Schimmel besonders gefährdet?

Zu den besonders gefährdeten Orten gehören die bereits erwähnten Außenwände, da diese vergleichsweise kalt sind. Damit die Feuchtigkeit effektiv abtransportiert werden kann, sollten Außenwände möglichst frei von großen Möbelstücken gehalten werden. Befinden sich an der Außenwand dennoch Möbel, sollte stets ein Spalt von einigen Zentimetern zwischen Möbel und Wand bestehen. Nur so kann die Luft frei zirkulieren. Ebenfalls schimmelgefährdete Orte sind Fensterstürze, schlecht gedämmte Fenster, Rollladenkästen und Ecken.

Wie bestimme ich die optimale Luftfeuchtigkeit für meine Wohnung?

Welches Luftfeuchtigkeitsniveau das Beste ist, hängt vom jeweiligen Wohnraum und der Wohlfühltemperatur ab. Während die Luftfeuchtigkeit in der Küche sowie im Badezimmer durchaus 70 Prozent betragen kann, liegt die Luftfeuchtigkeit, bei der wir uns besonders wohlfühlen, in den Wohnräumen bei 40 bis 60 Prozent. Leider können wir die aktuelle Luftfeuchtigkeit nicht erraten. Und über ein Sinnesorgan für die Wahrnehmung der Luftfeuchtigkeit verfügt der Mensch auch nicht. Deshalb hilft an dieser Stelle nur ein Feuchtigkeitsmessgerät (Hygrometer). Um einen möglichst genauen Wert zu erhalten, sollten Sie die Messung in jedem Raum dreimal vornehmen.

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