Selbst Strom erzeugen – Diese Möglichkeiten gibt es

Strom kommt aus der Steckdose – von Energieversorgern, die im großen Stil Strom aus regenerativen oder fossilen Quellen gewinnen. Viele Menschen möchten sich jedoch unabhängiger von einer zentralen Stromversorgung machen und zumindest einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen. Und tatsächlich ist der Anteil der Haushalte, die einen Teil ihres Stroms selbst erzeugt, rasant gestiegen. Verantwortlich sind neben den Fördermaßnahmen und Einspeisevergütungen der Bundesregierung auch die technische Deflation, dank der technische Güter im Preis sinken. Gehen wir nun also der Frage nach: Welche Möglichkeiten gibt es, um selbst Strom zu erzeugen?

Selbst Strom erzeugen – Diese Möglichkeiten gibt es
Bild: Petair / stock.adobe.com

Photovoltaik – Die Kraft der Sonne nutzen

Am Himmel über uns glüht ein riesiger Kernfusionsreaktor. Und während wir auf der Erde noch an der unbegrenzten Energie durch Kernfusion arbeiten, versorgt uns die Sonne tagtäglich damit. Kein Wunder, dass Photovoltaikanlagen die wohl verbreitetste Art der Eigenstromerzeugung bei deutschen Privathaushalten sind. Die Funktionsweise ist dabei denkbar einfach. Ideal zur Montage der Solarkollektoren ist das Dach des Hauses oder der Garage.
Mit Hilfe der im Inneren befindlichen Halbleitermaterialien wird aus dem Strahlenspektrum des Sonnenlichts Strom gewonnen. Dieser Strom durchläuft einen Wechselrichter und kann fortan im Haus direkt verbraucht werden. Alternativ ist es möglich, aktuell überschüssigen Solarstrom entweder direkt ins Stromnetz einzuspeisen und dafür eine Vergütung zu erhalten. Ebenso lässt sich der Strom in einem Haus-Akku für den späteren Verbrauch speichern. Wer genau wissen möchte, wie die Solartechnik funktioniert wird in unserem Artikel „Wie funktioniert Solarenergie?“ fündig.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Damit sich eine eigene Photovoltaikanlage lohnt, müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein. Das betrifft vor allem die jährliche Anzahl an Sonnenstunden am Standort. Während sich eine Photovoltaikanlage in Süddeutschland oder beispielsweise in den sonnigen Regionen am Ober- und Mittelrhein leicht rentiert, ist das im Hohen Norden eher nicht der Fall.
Hinzu kommt die optimale Ausrichtung der Module, zumal eine konsequente Ausrichtung die größte Ausbeute verspricht. Auch die Größe der Photovoltaikanlage ist entscheidend. Wie bei vielen anderen Dingen gilt hier ebenfalls die Regel: je größer die Anlage, desto größer sind Ausbeute und Wirkungsgrad.

Windenergie – Ein eigenes Windrad

Eine weitere Möglichkeit für die Eigenstromerzeugung ist die Windenergie. Gerade in windreichen Küstenregionen sowie in den Alpen und Mittelgebirgen ist diese Form der privaten Stromerzeugung attraktiv. Die für den Privatgebrauch konstruierten Kleinwindkraftanlagen haben die gleiche Funktionsweise wie ihre großen Geschwister in den Windparks. Sobald der Wind stark genug ist, um die Rotorblätter zum Drehen zu bringen, gerät der Rotor in Bewegung. Der Rotor treibt damit einen kleinen Generator an. Ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo entsteht so aus der Bewegungsenergie des Rotors elektrischer Strom. Ebenso wie Photovoltaikanlagen lässt sich der Strom nun ebenfalls verbrauchen, einspeisen oder speichern.
Kleinwindkraftanlagen für den Privatgebrauch sind je nach Bedarf in unterschiedlichen Größen erhältlich. Üblich sind hier Anlagen mit einer Leistung von 500 Watt bis 5 Kilowatt. Während sich kleinere Windkraftanlagen lediglich für die Stromversorgung des Campingwagens oder des Gartenhauses eignen, braucht es für die Stromversorgung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses Systeme mit mehr als 2 kW. In windigen Gebieten lässt sich der Jahresbedarf an Strom aber durchaus mit einem ausreichend dimensionierten Heimwindkraftwerk und einem Batteriespeicher decken.

Wann rechnet sich eine Windkraftanlage?

Damit sich eine Windkraftanlage rechnet, muss der Wind mitspielen. Und das möglichst gleichmäßig über das ganze Jahr hinweg. Auch der Aufstellort auf dem eigenen Grundstück muss bedacht gewählt werden. Immerhin können Bäume, Hecken und Nachbarhäuser die Windrichtung verfälschen und die Windgeschwindigkeit senken. Das wiederum schlägt sich direkt in der Leistung nieder. Wer also ein Windrad aufstellen will, sollte zuvor einen Experten kontaktieren. Dieser sorgt auch dafür, dass niemand durch Geräusche oder den Schattenwurf der Anlage gestört wird. Je nach Bundesland ist für den Bau zudem eine Genehmigung notwendig.

Blockheizkraftwerk – Strom und Wärme aus einer Hand

Bei einem Blockheizkraftwerk handelt es sich um ein Kombigerät, das Strom und Wärme für die Heizung sowie das Brauchwasser generiert. Damit wird der verwendete Brennstoff gleich doppelt genutzt, was Blockheizkraftwerke besonders effizient macht. Vereinfacht gesagt funktioniert ein Blockheizkraftwerk wie ein Verbrennungsmotor, der mit Brennstoffen wie Gas, Öl, Pellets oder Holz betrieben wird. Durch die Zurückgewinnung und Nutzung der Abwärme erreichen solch Anlagen Wirkungsgrade von bis zu 90 Prozent.

In welchen Fällen lohnt sich ein Blockheizkraftwerk?

Das Problem an Blockheizkraftwerken ist lediglich, dass diese sich wirtschaftlich nur dann lohnen, wenn ein hoher Wärmeverbrauch vorliegt. Nur dann wird sozusagen auch genügend Strom als Nebenprodukt erzeugt. Hinzu kommt, dass die Anschaffung von Blockheizkraftwerken sehr kostspielig ist. Als Orientierungspunkt gelten hier ca. 4.000 Volllaststunden pro Jahr, die ein solches Kraftwerk laufen muss. Nur so rechnet sich der Einsatz auch in einem Einfamilienhaus langfristig. Und da der Wärmebedarf insbesondere in der warmen Jahreszeit gen Null tendiert, ist das nur selten der Fall. Demensprechend finden sich Blockheizkraftwerke vor allem im gewerblichen Bereich.

Gemeinsam grünen Strom erzeugen

Die meisten Möglichkeiten, um für die Eigenstromerzeugung zu sorgen, bleiben Eigenheimbesitzern mit eigenem Haus vorbehalten. Von ein paar mobilen Solarmodulen auf dem Balkon vielleicht einmal abgesehen. Allerdings bieten zahlreiche Energieversorger mittlerweile sogenannte Mieterstrommodelle an. Dabei montieren die Versorger auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses beispielsweise eine Solaranlage und verpachten diese an die Mieter. Interessant ist dieses Modell vor allem für Eigentümer von Eigentumswohnungen in größeren Wohnhäusern. Ursächlich ist der Umstand, dass sich hier eine Eigentümergemeinschaft zusammenschließen und die Vorteile der Eigenstromerzeugung gemeinsam nutzen kann.

Fazit – Wann lohnt sich die Eigenstromerzeugung?

Unabhängig vom Standort oder der Technologie gibt es einen entscheidenden Faktor dafür, ob bzw. wann sich eine solche Investition rechnet. Grundsätzlich gilt: Je höher der Eigenverbrauch an der Menge der selbsterzeugten Energie ist, desto eher lohnt sich die Investition. Das liegt unter anderem daran, dass die Einspeisevergütungen bereits zurückgegangen sind und es in Zukunft auch weiter tun. Wer also darauf spekuliert, mit Strom das große Geld zu verdienen, der sollte es lieber bleiben lassen. Wer hingegen ausschließlich auf Selbstversorgung setzt, für den lohnt sich eine detailliertere Planung.

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