Sommersonnenwende – Das sollten Sie wissen

Lange, schlaflose Nächte, hohe Lagerfeuer, tolle Stimmung – so kennt man die Sommersonnenwende, die insbesondere in den nördlicheren Ländern wie Norwegen oder Schweden gefeiert wird. Doch auch in Deutschland ist die Sonnenwende, die den Sommeranfang definiert und zum längsten Tag des Jahres führt, bekannt.

Sommersonnenwende – Das sollten Sie wissen
Bild: francesco chiesa / stock.adobe.com

In der Regel fällt dieser Tag hierzulande auf den 21. Juni, jedoch kann es in seltenen Fällen auch mal der 20. oder der 22. Juni werden. Wir haben einige weitere interessante Fakten rund um dieses alljährliche Sommerereignis zusammengestellt.

1. Eine Stunde länger in Hamburg als in Zürich

Der längste Tag des Jahres ist nicht überall gleich lang – selbst bei Ländern, die in derselben Zeitzone liegen, kommt es zu Unterschieden. So dauert er in Hamburg über eine Stunde länger als in Zürich. Der Grund dafür: Je weiter man sich vom Äquator entfernt und näher an den nördlichen Polarkreis gelangt, umso länger sind die Tage um die Sonnenwende. So geht in Hamburg die Sonne am Sonnwendtag bereits 39 Minuten früher auf und 37 Minuten später unter als in Zürich. Damit erlangt Norddeutschland im Sommer auch insgesamt mehr Sonnenlicht als Süddeutschland oder die Schweiz.

2. Die Sonnenwende findet überall gleichzeitig statt

Die Sonnenwende ist der Moment, zu welchem der Höhepunkt der Sonne den nördlichen Wendekreis erlangt. Damit ist sie nicht an bestimmte Zeitzonen und Koordinaten gebunden und kann auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit stattfinden. Allerdings fallen die regionalen Ortszeiten für die Sonnenwende innerhalb der einzelnen Zeitzonen unterschiedlich aus. Während sie dieses Jahr in Berlin am 21. Juni – genauer gesagt um 12:07 Uhr nach Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) – stattfindet, fällt sie in Kiribati, einer Inselrepublik entlang des Äquators, auf den 22. Juni um 00:07 Uhr nach Line Islands Time (LINT). Neben den Ortszeiten gibt es einen weiteren Unterschied: Während die Sonnenwende nördlich des Äquators den Sommer einläutet, führt sie südlich zum Wintereinbruch.

3. Längster Tag im Jahr bedeutet nicht gleichzeitig frühester Sonnenaufgang

Auch wenn die Sommersonnenwende als der längste Tag im Jahr gilt, am frühesten geht die Sonne bereits einige Tage vor der Sonnenwende auf. Parallel dazu findet an diesem Tag auch nicht der späteste Sonnenuntergang statt – erst in den nächsten Tagen verschwindet die Sonne am Abend circa eine Minute später. Der Grund: Wegen der Erdachsenneigung und der elliptischen Form der Erdumlaufbahn ist die Sonnenposition an keinem Tag im Jahr gleich – die Sonne bewegt sich schneller oder langsamer. Die Sonnenaufgänge vor der Sonnenwende und die Sonnenuntergänge nach der Sonnenwende sind deswegen etwas früher bzw. etwas später, weil im Juni die Sonnenbewegung besonders langsam geschieht.

4. Sonne im Sommer am weitesten von der Erde entfernt

Bei der Sonnenwende im Juni ist die Sonne zur Erde etwa fünf Millionen Kilometer weiter entfernt als bei der Sonnenwende im Dezember. Dies mag für viele irritierend erscheinen, schließlich wird im Juni der Start in die warme und helle Sommerzeit gefeiert und die Sonne kommt einem sehr nahe gelegen vor. Tatsächlich hat die Entfernung zur Sonne jedoch nur sehr wenig Einfluss auf die einzelnen Jahreszeiten. Diese bilden sich durch die Neigung der Erdachse und den sich dabei ergebenden unterschiedlichen Sonnenlichteinfallswinkeln im Verlauf eines Jahres.

Die Sommersonnenwende verschafft uns aber nicht nur längere Tage, sie hilft auch beim Strom sparen: Durch den früheren Sonnenaufgang und den späteren Sonnenuntergang kann das Tageslicht länger genutzt werden – und der Lichtschalter darf auch mal aus bleiben.

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