Stromausfall – was tun?

In einem modernen Hochtechnologieland wie Deutschland funktioniert ohne Strom gar nichts. Und das betrifft nicht nur Computer auf der Arbeit, Spielekonsolen im Wohnzimmer oder das Licht. Nein, auch elementare Dinge wie Ampeln, Heizungen und das Telefonnetz funktionieren nicht. Und nach längerer Zeit tun auch Tankstellen und die Wasserversorgung ohne Strom keinen Mucks mehr.

Stromausfall – was tun?
Bild: firewings / stock.adobe.com

Leistungsstarkes deutschen Netz

Gut zu wissen, dass das deutsche Stromnetz zu den stabilsten Netzen überhaupt gehört und sich die jährlichen Ausfallzeiten im Minutenbereich bewegen.

Versorgungsunterbrechung bundesweit (2006-2017)

Quelle: bundesnetzagentur
JahrMinuten
200621,53
200719,25
200816,89
200914,63
201014,9
201115,13
201215,91
201315,32
201412,28
201512,7
201612,8
201715,14

Auch wenn der Strom hierzulande meist nur für wenige Minuten weg ist, ist die Vorbereitung auf einen Stromausfall wichtig. Vor allem in Regionen, in denen der Strom oft schon Jahre nicht mehr ausgefallen ist, sind viele Menschen nämlich unvorbereitet. Mancher wählt gar den Feuerwehrnotruf! Das ist natürlich die falsche Lösung. Was wirklich zu tun ist, zeigen unsere Tipps für den „Ernstfall“.

Leistungsstarkes deutschen Netz

Warum ist der Strom in meiner Wohnung weg?
Diese Frage sollte sich jeder stellen, sobald das Licht ausgeht. Denn von der Ursache hängen die nächsten Maßnahmen ab. Grundsätzlich kann ein Stromausfall ausschließlich die eigene Wohnung, das ganze Haus, einen Straßenzug, ganze Landstriche oder das gesamte Land betreffen. Die wohl häufigste Variante betrifft ausschließlich die eigene Wohnung bzw. das Haus.
Ursächlich ist oftmals ein Kurzschluss. Ein solcher entsteht beispielsweise dann, wenn ein Gerät unsachgemäß verwendet wird. Das Resultat ist eine herausfliegende Sicherung. Auch die Überlastung einer Steckdose oder eines Stromkreises durch zu viele angeschlossene Geräte führt zum Auslösen der Sicherung.

Erste Hilfe bei Stromausfall

  • Wer herausfinden will, ob der Strom nur bei ihm ausgefallen ist, zückt das Smartphone und schaut sich die verfügbaren WLAN-Netze an. Sind die Router der Nachbarn noch aktiv und fehlt nur das eigene Netz, ist die Ursache klar.
  • Zunächst aber müssen alle in Betrieb befindlichen Elektrogeräte abgeschaltet werden. So nehmen diese keinen Schaden durch Überspannung, wenn der Strom plötzlich zurückkehrt. Das gilt insbesondere für Geräte wie Bügeleisen, elektrische Werkzeuge oder den Herd. Diese stellen schließlich eine potentielle Brandgefahr dar.
  • Der nächste Schritt führt mit der Taschenlampe zum Sicherungskasten. Dieser ist in Mehrfamilienhäusern meist im Keller oder dem Hausflur untergebracht. In der Regel findet sich dort bei einem Stromausfall in der eigenen Wohnung eine umgelegte Sicherung. Nachdem diese wieder hereingedrückt wurde, sollte der Strom wieder fließen.
  • Fliegt die Sicherung unmittelbar wieder heraus, besteht weiterhin ein Problem. In einem solchen Fall sind alle an das Stromnetz angeschlossenen Geräte zu prüfen und gegebenenfalls auszustecken. Die jeweils auslösende Sicherung gibt einen Hinweis darauf, in welchem Zimmer das Problem besteht.
  • Ist das Problem auch dann nicht gelöst, liegt die Ursache womöglich an einem Leitungskurzschluss in der Wand oder an der Verkabelung einer Steckdose. Das ist eine Sache für den Elektriker und nichts für Heimwerker!

Und was ist, wenn der Strom in größerem Maße ausfällt?

Lässt sich die Strom Versorgung nicht unmittelbar wiederherstellen, liegt meist ein größerer Ausfall vor. Oft besteht die Ursache in Bau- oder Wartungsarbeiten. Aber auch Unwetter sind eine häufige Ursache. Hier hilft nur eines: eine gute Vorbereitung, denn es kann durchaus sein, dass ein solcher Ausfall 6, 12 oder 24 Stunden andauert. In Extremfällen wie beispielsweise bei Unwettern wie dem Schneechaos im Münsterland 2005 können es durchaus auch mehrere Tage ohne Strom sein.

Die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung auf einen Stromausfall

  • Die Nummer der Störungshotline des Netzbetreibers abspeichern und zusätzliche auf einem Zettel notieren. Im Fall eines größeren Ausfalls können so Informationen über die Störung eingeholt bzw. Störungen gemeldet werden.
  • Streichhölzer, Feuerzeuge, Kerzen und Teelichter für die „Notbeleuchtung“ in größeren Mengen einlagern.
  • Immer eine geladene Taschenlampe bereithalten. Noch besser ist eine Taschenlampe, die sich mit einer Kurbel aufladen lässt.
  • Ein kleines batteriebetriebenes UKW-Radio besorgen, um Informationen über die Störung zu erhalten. Auch hier ist eine kurbelbetriebene Variante noch besser.
  • Einen Vorrat an Batterien bzw. Akkus für Taschenlampen und UKW-Radios anlegen.
  • Möglichst immer einen Lebensmittel- und Getränkevorrat für mindestens eine Woche im Haus haben. Bei einem längeren flächendeckenden Stromausfall funktioniert nämlich auch die Versorgung der Supermärkte und Tankstellen nicht mehr unbedingt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät generell gar zu einem 14-Tagesvorrat und stellt hierzu eine Checkliste zur Verfügung.
  • Nahrung besorgen, die auch kalt gegessen werden kann.
  • Für die Erwärmung von Speisen einen Campingkocher samt Wechselkartuschen besorgen.
  • Ausreichende Mengen der wichtigsten Medikamente vorrätig halten. Neben Schmerz- und Durchfallmitteln betrifft das vor allem lebenswichtige Medikamente wie Herzmedikamente oder Insulin.
  • Die wichtigsten Durchgänge in der Wohnung immer freihalten. Gerade im schummrigen Licht von Taschenlampen, Kerzen und Co. passieren ansonsten leicht Unfälle.

Richtiges Verhalten bei Stromausfall

Wer gut vorbereitet ist, braucht sich vor einem Stromausfall nicht zu fürchten. Nichtdestotrotz sind einige Verhaltensregeln angebracht, zumal ein Stromausfall für die meisten Menschen tatsächlich eine Ausnahmesituation ist. Die Devise heißt also: Ruhig bleiben.

  • 1. Panik bringt rein gar nichts, denn der Strom kommt in der Regel von ganz allein wieder zurück. Daher möchten wir an dieser Stelle nochmals betonen, dass ein Stromausfall kein Fall für die üblichen Notrufnummern ist!
  • 2. Da niemand weiß, wie lange der Saft wegbleibt, ist höchste Sparsamkeit mit Akkus und Batterien oberstes Gesetz. Das gilt natürlich auf für das Smartphone. Schnell mal eine Runde „Clash Royale“ zocken oder die neueste Folge von „House of Cards“ angucken, ist nicht.
  • 3. Solange der Strom flächendeckend weg ist, sollte das Auto, wenn möglich stehen bleiben. Gerade im Dunkeln ist die Fahrt durch die ausgefallenen Straßenlaternen und Ampelanlagen ein zusätzliches Risiko. Mal ganz davon abgesehen: Bei einem flächendeckenden Stromausfall steht die Arbeit an den meisten Arbeitsplätzen ohnehin still.
  • 4. Abwarten und im wahrsten Sinne des Wortes Tee trinken ist die beste Verhaltensweise. Der ideale Zeitpunkt, um einmal wieder ein Buch hervorzukramen oder einen gemütlichen Spieleabend mit der Familie zu verbringen. Die Umwelt ist über ein paar Stunden weniger Stromverbrauch ebenfalls genauso wenig böse wie die Stromrechnung.
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