Verpackungsfreie Supermärkte – ökologisch und umweltbewusst einkaufen

Plastikbecher, Einwegflaschen, Trageplastiktaschen, eingeschweißte Packungen: In den Supermärkten sind immer mehr Verpackungen aus Plastik erhältlich – eine Entwicklung, die den seit Jahren ansteigenden Plastikverbrauch wesentlich fördert.

Verpackungsfreie Supermärkte – ökologisch und umweltbewusst einkaufen
Bild: ajlatan / stock.adobe.com

Einen Protest gegen diese Entwicklung bieten sogenannte verpackungsfreie Supermärkte. Diese ökologisch korrekten Supermärkte eröffneten in den vergangenen Jahren in immer mehr Städten, sodass inzwischen in ganz Deutschland auf Wunsch ohne Verpackung eingekauft werden kann.

So funktioniert der Supermarkt ohne Verpackung

Verpackungsmüll reduzieren und so die Umwelt schonen – das ist der Kerngedanke von verpackungsfreien Supermärkten. Er fußt auf der Behauptung, Verbraucher und Supermärkte produzieren jährlich schlichtweg zu viel Plastikmüll, der die Umwelt verschmutzt. Daher versuchen Supermärkte ohne Verpackung, den Plastikverbrauch so weit wie möglich zu minimieren.

Mit mehreren hundert Produkten decken die Supermärkte ohne Verpackung den Alltagsbedarf ab. Neben trockenen Lebensmitteln wie Nudeln oder Getreide sind Milchprodukte, Öl oder Kaffee und sogar Reinigungs- und Waschmittel unverpackt erhältlich. Die Kunden dürfen sich dabei aus großen Spendern, Kisten und Kanistern selbst bedienen. Per Knopfdruck kann genau so viel abgefüllt werden, wie viel auch gekauft werden soll. Obst und Gemüse findet sich nicht eingeschweißt, sondern lose in mehrfach verwendbaren Kisten aus Holz wieder. Einkaufstüten sind keine vorhanden, die Kunden bringen ihre Verpackungen selbst mit: Papiertüten, Baumwolltaschen oder Tupperboxen.

Fixe Packungspreise gibt es in diesen Supermärkten nicht – stattdessen wird gewogen und die Kunden zahlen jeweilig festgesetzte Kilopreise. Die gesparten Verpackungen bewirken allerdings keine niedrigeren Preise. In der Regel sind die Preise verpackungsfreier Supermärkte mit denen herkömmlicher Supermärkte vergleichbar, teilweise auch etwas höher. Dies liegt daran, dass ihre Abfüllung, Transport und Lagerung häufig nicht auf den gängigen Wegen erfolgen kann und einen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet.

Für die Kunden hat der Gang zum verpackungsfreien Supermarkt einen Mehraufwand: Die gewünschten Waren müssen alle selbst gezapft oder abgefüllt werden – dazu ist das Mitbringen eigener Gefäße von zuhause notwendig. Dafür können die Kunden nur die Menge einkaufen, die zu Hause auch wirklich benötigt wird – das beugt unnötigen Lebensmittelabfällen vor.

Was die Hygiene betrifft, müssen sich verpackungsfreie Supermärkte an die gleichen Vorschriften wie andere Supermärkte halten. Daher sind alle Behälter fest verschlossen und verriegelt, damit sie vor Insekten und Bakterien geschützt sind.

Weltweit steigender Plastikverbrauch

Mit ihrer Forderung, weniger Plastikmüll zu verbrauchen, prangern verpackungsfreie Supermärkte ein erhebliches und aktuelles Problem an. Jedes Jahr landen mehrere Millionen Tonnen an Kunststoffverpackung beim Kunden im Müll – die Verpackungen von Lebensmitteln tragen einen Großteil zu diesen Zahlen bei. Im europaweiten Vergleich zählt Deutschland damit zu den traurigen Spitzenreitern. Der Verbrauch an Plastikmüll steigt seit Jahren kontinuierlich an – weltweit.

Verpackungsfreie Supermärkte in Deutschland seit 2014

Inzwischen gibt es in ganz Deutschland verpackungsfreie Supermärkte, welche derzeit hauptsächlich in größeren Städten zu finden sind. Das im Jahr 2014 in Kiel eröffnete verpackungsfreie Geschäft „Unverpackt – lose, nachhaltig, gut“ bildete den ersten Supermarkt ohne Verpackung in Deutschland. Darauf folgten weitere verpackungsfreie Supermärkte mit schön klingenden Namen wie „Original Unverpackt“ 2014 in Berlin, „Ohne“ und „Plastikfreie Zone“ 2014 in München, „Einzelhandel zum Wohlfühlen“ 2015 in Münster, „Edel unverpackt“ 2016 in Hannover und viele mehr. Seit Anfang des vergangenen Jahres haben über 40 Supermärkte dieser Art ihre Türen in Deutschland geöffnet – weitere Eröffnungen sind bereits in Planung.

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