Die Börsenstrompreise an der EPEX Spot
Hier finden Sie täglich ab ca. 15 Uhr die Viertelstundenpreise (netto) des Folgetages. Wird Ihr Stromverbrauch mit einem Smart Meter gemessen, und erfolgt die Messung lastgangbasiert, können Sie mithilfe dieser Übersicht Ihren Stromverbrauch gezielt in günstigere Zeitfenster verschieben.
GUT ZU WISSEN:
Der in der Grafik ausgewiesene Durchschnittspreis für Tag/Woche/Monat zeigt das rechnerische Mittel aller einzelnen Viertelstundenpreise. Für Ihre Abrechnung wird der Durchschnittspreis gewichtet, d.h. wir beziehen nur die Zeiten mit einem Verbrauch sowie die jeweilige Verbrauchsmenge in die Berechnung ein!
Sie können die historischen Preise der EPEX Spot Day-Ahead Auktion auch für weiter zurückliegende Zeiträume direkt auf der Webseite der deutschen Übertragungsnetzbetreiber einsehen: Netztransparenz.de
Hinweis: Börsenpreis für Strom ab Herbst 2025 viertelstundengenau
Seit dem 30. September werden die Preise viertelstündlich für den Folgetag festgelegt. So kann der stark schwankende Anteil erneuerbarer Energien, etwa durch Solarstrom, genauer abgebildet werden – beispielsweise, wenn die Solareinspeisung um 8:45 Uhr deutlich höher ist als um 8:00 Uhr. Mit einem Smart Meter können Sie diese Daten optimal nutzen und Ihren Stromverbrauch noch gezielter steuern.
Wichtig: Die Grafik bezieht die Day-Ahead Preise aus der europaweiten Informationsplattform aller europäischen Strombörsen. Abrechnungsrelevant sind und bleiben die offiziellen Viertelstundenpreise an der EPEX-Spot Day Ahead Börse.
Strompreisentwicklung: Warum bleiben die Strompreise hoch?
Trotz zwischenzeitlicher Entspannung an den Energiemärkten bleiben die Strompreise in Deutschland auf einem eher hohen Niveau. Die Ursachen sind vielfältig und komplex. Sie wirken oft gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig:
1. Hohe Energienachfrage trifft auf begrenztes Angebot
Nach der Energiekrise in den Jahren 2022–2023 ist die Nachfrage weltweit wieder gestiegen – insbesondere durch die Erholung von Industrie und Digitalisierung. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp, da viele Länder gleichzeitig ihre Energieversorgung umbauen.
2. Folgen des Angriffskriegs auf die Ukraine wirken bis heute nach
Auch 2025 beeinflusst der Krieg in der Ukraine weiterhin die Energieversorgung in Europa. Gasimporte bleiben volatil und teuer, was sich direkt auf die Stromerzeugung und damit auf den Strompreis auswirkt.
3. Verzögerungen beim Netzausbau und bei Speichern
Der schleppende Ausbau von Stromnetzen und Speichertechnologien hemmt die volle Integration erneuerbarer Energien. Überschüssiger Solar- oder Windstrom kann oft nicht optimal genutzt werden – das erhöht die Abhängigkeit von teureren Backup-Kapazitäten.
4. Investitionskosten in Infrastruktur
Um die Energiewende voranzutreiben und ein stabiles Stromnetz zu gewährleisten, sind hohe Investitionen in die Infrastruktur erforderlich. Diese Investitionen beinhalten den Ausbau von erneuerbaren Energien, das Smart Grid und die Modernisierung des Stromnetzes. Diese Kosten fließen in Form von höheren Netzentgelten in die Strompreise ein.
5. Klimatische Einflüsse auf die Stromproduktion
Hitzewellen, Trockenphasen und niedrige Wasserstände setzen Wasserkraftwerke unter Druck. Auch konventionelle Kraftwerke haben bei extremen Wetterlagen mit Einschränkungen zu kämpfen – was die Versorgungssicherheit belastet.
6. CO₂-Preise und politische Rahmenbedingungen
Der Preis für CO₂-Zertifikate ist weiter gestiegen. Zusätzlich führen strengere Klimaauflagen und Abgaben zu höheren Produktionskosten bei fossilen Kraftwerken – und damit zu höheren Strompreisen.
Perspektivisch ist jedoch der Umbau zu einem möglichst klimaneutralen, auf Erneuerbaren basierenden Energiesystem alternativlos, wenn wir günstigeren Strom haben wollen. Denn Sonne und Wind sind nicht nur klimafreundlich, sie schicken auch keine Rechnung.
Warum betrifft das auch Ökostrom?
Viele fragen sich: Wenn ich Ökostrom beziehe, warum steigen meine Preise trotzdem?
Die Antwort liegt im sogenannten Merit-Order-Prinzip der Strombörse. Hier gilt:
- Strom aus allen Quellen – also auch Ökostrom – wird gemeinsam an der Börse gehandelt.
- In der Regel reicht günstiger Strom aus erneuerbaren Quellen nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken.
- Dann springen teurere Kraftwerke ein (z. B. Gas oder Kohle).
- Das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung des Bedarfs benötigt wird, bestimmt den Preis für alle – auch für Ökostrom.
Das bedeutet: Auch wenn Ihr Strom aus Wind oder Sonne stammt, orientiert sich sein Börsenpreis am teuersten Anbieter, der zur Deckung der Nachfrage nötig ist.
Was können Sie gegen hohe Stromkosten tun?
Bei SimplyGreen unterstützen wir Sie nicht nur mit 100% Ökostrom, sondern auch mit smarten Lösungen für Ihren Alltag. Mit unseren digitalen Helfern können Sie Ihren Energieverbrauch senken und Stromkosten sparen. Wir unterstützen Sie dabei, mit praktischen Energiespartipps, einem Stromkostenrechner für Ihre Geräte und einem Abschlagsrechner, mit dem Sie Ihre monatlichen Zahlungen einfach prüfen und anpassen können.
Fragen und Antworten
Unsere FAQs liefern Antworten zum dynamischen Stromtarif von SimplyGreen.
Der Großteil der Energielieferanten kauft Ihren Strom an den Strombörsen ein. Dort gibt es unterschiedliche Handelsplätze, an denen Strommengen angeboten, bzw. nachgefragt werden. Im dynamischen Tarif wird Ihr Strom für den Kostenbestandteil ‚Börsenpreis für Strom‘ nach dem zum Verbrauchzeitpunkt geltenden Preis an der Strombörse EPEX Spot Day-Ahead abgerechnet. Sozusagen zum Einkaufspreis, wobei Sie im dynamischen Tarif natürlich ebenso Steuern, Umlagen, Abgaben, Entgelte und sonstige Kosten haben, wie in Fixpreis-Tarifen. Aber der Anteil, der den Einkaufspreis ausmacht, wird 1:1 an Sie weitergegeben.
EPEX Spot ist ein europäischer Handelsplatz für Strom. Dort geben in der so genannten Day-Ahead-Auktion alle Marktteilnehmer Ihre Angebote und die Nachfrage für jede einzelne Viertelstunde des Folgetages ab. Um 12 Uhr wird die Auktion geschlossen und Nachfrage und Angebot übereinandergelegt. Aus dem Zusammenspiel ergibt sich dann für jede einzelne Viertelstunde des Folgetages ein fester Preis für die Kilowattstunde Strom, die für den Einkauf des Stroms an der Börse bezahlt werden muss.
Auf unserer Webseite finden Sie jeweils am frühen Nachmittag die Preise für alle 24 Stunden des Folgetages.
In unserer Cockpit App können Sie die Preise jederzeit und unkompliziert einsehen. Falls Sie bereits einen Smart Meter haben, können Sie Ihren Verbrauch aktiv verschieben und Ihre Stromkosten optimieren.
Sie können die EPEX Spot Day-Ahead Preise auch auf der Webseite der deutschen Netzbetreiber einsehen.
Sie möchten wissen, wie sich der Strompreis über den Folgetag hinaus entwickelt? Sicher voraussagen kann man das leider nicht. Hier ein paar Faustformeln, die man bei der Planung seines eigenen Verbrauchs im Kopf haben kann:
– Viel Sonne und/oder viel Wind machen den Strompreis günstig.
– An sonnigen/windigen Wochenenden und Feiertagen sind die Strompreise generell eher günstig.
– Die Nachfrage nach Strom ist in der Nacht geringer als im Tagesverlauf – der Strom ist dann günstig.
– Strom ist am Abend meist teurer, da sich dann die meisten Menschen zuhause befinden.
Es gibt immer mal wieder Stunden, in denen sehr viel Sonne scheint, vielleicht auch noch ein frischer Wind weht, und wenig Strom gebraucht wird. So zum Beispiel an Sonn- und Feiertagen. In solchen Stunden fallen die Börsenstrompreise u.U. unter die 0 Euro Marke. Dann spricht man von negativen Strompreisen. Vereinfacht gesagt, ist der Strommarkt zu diesen Zeiten bereit, Geld zu bezahlen, damit der Strom gekauft und verbraucht wird, der das Netz überlastet. Wer zu diesem Zeitpunkt Strom verbraucht, wird belohnt: In diesen Stunden läuft Ihre Stromkostenuhr sozusagen „rückwärts“. Sie zahlen zwar immer noch anteilig den Grundpreis und die Kostenbestandteile des Verbrauchspreises, aber der Anteil Börsenpreis für Strom wird Ihnen dann gutgeschrieben.
Mit einem intelligenten Messsystem und der Information zu anstehenden negativen Preisen am Vortag, können Sie so Ihren Verbrauch in Zeiten schieben, in denen Sie für Ihren Stromverbrauch belohnt werden.
Nein. Wir begrenzen den Börsenpreis für Strom weder nach oben, noch nach unten. Teurere Stunden werden damit preislich genau so 1:1 weitergeben wie negative Strompreise.


